Es ist fast auf den Tag genau zehn Jahre her, dass die Kommission “Moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt” im Auftrag des damaligen SPD Kanzler Schröder das sogenannte Hartz Konzept vorlegte. Dieses Konzept umfasste zahlreiche Vorschläge, die eine sinnvolle Reform des Arbeitsmarktes ermöglichen sollten.

Anlass zum Verfassen des Konzepts war unter anderem der Tatbestand, dass die Bundesanstalt für Arbeit die Statistiken über ihre Vermittlungserfolge und die Anzahl ihres Verwaltungspersonals in Relation zur Anzahl der Vermittler geschönt hatte. Darüber hinaus wurde das Ziel gesetzt, dass die Zahl der Arbeitslosen mithilfe des Konzepts in nur vier Jahren um die Hälfte sinken solle. Diese Aussage wurde im Rahmen des damaligen Wahlkampfs geäußert und gilt als einer der ersten Kritikpunkte, die am besagten Konzept aufkamen.

Grundlegende Änderungen durch das Hartz Konzept

Allgemein sah das Hartz Konzept vor, dass die Zusammenarbeit zwischen Arbeitssuchenden, Arbeitsvermittlern und Arbeitgebern optimiert wird. Außerdem sollten die Sozialausgaben für Arbeitslose anders verteilt werden, wodurch Kosten sinken würden, ohne dass die Einsparungen sozial unverträglich wären, wobei die Kürzungen der Sozialleistungen durchaus als Anreiz für die Arbeitssuchenden gedacht waren. Zudem sollte ein Teil der bisherigen Sozialausgaben dazu genutzt werden, um Arbeitgeber, die neue Arbeitsplätze schaffen, zu fördern.

Ein weiteres Ziel für das Hartz Konzept war, die Arbeitsämter dahin gehend zu reformieren, dass die Effizienz trotz sinkender Ausgaben verbessert würde, z.B. durch eine schnellere Vermittlungs-geschwindigkeit, oder allgemein durch mehr Familienfreundlichkeit. Dienstleistungen der Arbeitsämter, Sozialämter, Jugendämter, der Wohnungsämter sowie der Sucht- und Schuldnerberatung sollten in sogenannten Jobcentern zusammenlaufen; die Einstufungen von angebotenen Arbeiten wie die Zumutbarkeit von Kürzungen wurden neu überdacht.

Das Hartz Konzept in der Kritik

Viele Vorschläge des Konzepts gerieten frühzeitig in Kritik, sodass sie nie oder nur stark abgeändert in Kraft traten. Besonders die Gewerkschaften und linke Teile der SPD befürchteten eine Benachteiligung unterer Gesellschaftsschichten, gar den Abbau des Sozialstaates. Außerdem zeigte sich schnell, dass die Umstellung des Arbeitsmarktes weitaus teurer als gedacht ist und nicht den erhofften Erfolg bringen kann. Auch die soziale Zumutbarkeit einiger Vorlagen steht durchweg unter Kritik, wobei sich auch heute noch einige Kritiker diesbezüglich wünschen, dass das Hartz Konzept respektive die darin vorgesehenen Änderungen noch rigoroser ausfallen.

Ungeachtet dessen waren einige Vorschläge schlichtweg kontraproduktiv, was die heutige Arbeitsmarktlage leider beweist. Auch kann man sagen, dass durch Hartz IV das soziale Ungleichgewicht in der Bevölkerung eher zugenommen hat, was in der Konsequenz zu weiteren politischen Radikalisierungen am Rande der Gesellschaft führen könnte.

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