Endlich arbeiten Einrichtungen zur Betreuung von Kindern und zur Betreuung alter Menschen zusammen. Sie treffen sich auf dem Weg zu einem gemeinsamen Ziel: der Schaffung und Erhaltung von Selbstständigkeit. Ganz alte und ganz junge Menschen haben mehr gemeinsam, als man oft denkt. Sie können sich optimal gegenseitig unterstützen.

Inspiration von Generation zu Generation

An diese über die Jahrhunderte in vor allem ländlichen Großfamilien bewährte Erfahrung wird in Form moderner Mehrgenerationenkonzepte in Seniorenheimen mit angeschlossener Kindertagesstätte wieder angeknüpft. Bereits Ende der 70er Jahre entdeckten in Bielefeld Angehörige verschiedener Alters- und Berufsgruppen gemeinsame Bedürfnisse des Austauschs, die im Verein Alt und Jung zu einem generationenübergreifenden Altenpflegekonzept weiterentwickelt wurden.

Durch gegenseitige Anregung und praktische Unterstützung gelingt es älteren und jüngeren Beteiligten, das Interesse füreinander zu wecken und zu nutzen, voneinander zu lernen, sich in ihrer Selbstständigkeit zu fördern und Problemen wie Einsamkeit und Hilflosigkeit entgegenzuwirken. Die bekannten Probleme vieler herkömmlicher Alten- und Pflegeheime mit reiner Satt-und-Sauber-Pflege konnten weitgehend vermieden werden.

Voneinander lernen, miteinander wachsen

Das Konzept ist sehr erfolgreich und wird gut angenommen. Auch an anderen Orten – etwa in Stuttgart, Köln und Walsrode – werden ähnliche Ansätze verwirklicht und weiterentwickelt. In vielen Städten werden in Kooperationsprojekten zwischen Kitas und Seniorenheimen bereits kleine Kinder mit in die Altenarbeit einbezogen. Die Kleinen lernen in Projekten wie dem Projekt “Pflegen und Wohnen” in Hamburg-Farmsen spielend, die besonderen Bedürfnisse alter und kranker Menschen zu akzeptieren und zu respektieren. Sie entwickeln ganz von allein Verständnis und eine natürliche Hilfsbereitschaft.

Die Senioren fühlen sich beispielsweise beim gemeinsamen Kochen oder der Gartenarbeit gefordert, sich an ihren reichen Erfahrungsschatz zu erinnern und Wissen an die Kleinen weiterzugeben. So erleben sie sich noch immer als kompetent und nützlich. Die Enkelgeneration inspiriert ihre Leih-Großeltern mit ihrer Kreativität, Lebensfreude und Spontaneität. Gemeinsam entwickelt man singend, schnippelnd und buddelnd neue Interessen und Erkenntnisse – auch über sich selbst.

Hier herrscht Spaß statt Trübsal und Langeweile – mit ressourcenorientierter Betreuung auf Abruf durch Altenpfleger und Erzieher nach dem Motto “So viel wie nötig, so wenig wie möglich”. So fühlen sich alle sicher und doch nicht abhängig und eingesperrt. Und ganz nebenbei werden modernen Qualitätsstandards des Medizinischen Dienstes erfüllt: “Pflegen und Wohnen” in Farmsen wurde 2011 mit der Note 1,1 bewertet.

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