Alleinerziehend bedeutet in Deutschland vor allem die Kleinstfamilie nur mit Mutter als Bezugsperson. Mehr als 90 Prozent der alleinerziehenden Haushalte werden von Frauen geführt. Doch tendenziell steigt der Anteil der alleinerziehenden Väter in den letzten Jahren kontinuierlich an. Bei einer Scheidung kommt es immer häufiger vor, dass sich das gemeinsame Kind für den Vater entscheidet.

Ob als Vater oder als Mutter, Alleinerziehende müssen privat, beruflich und finanziell eine Menge Probleme in den Griff bekommen, um im Alltag erfolgreich zu sein.

Kindergeld und Grundsicherung als staatliche Hilfen

Gesellschaftlich geächtet sind Alleinerziehende heute schon lange nicht mehr. Finanziell stehen Ein-Eltern-Familien allerdings immer noch schlechter da als Familien mit Vater und Mutter.

Der Anteil unter den Alleinerziehenden, die Grundsicherung vom Staat beziehen, ist sehr hoch. Oft ist dies die einzige finanzielle Unterstützung neben dem Kindergeld, das bei Bezug von Grundsicherung allerdings verrechnet wird.

Zudem kommen oft langwierige Unterhaltsklagen und Prozesse mit dem nicht zahlungswilligen anderen Elternteil hinzu. Wirtschaftliche Unabhängigkeit vom Staat durch Berufstätigkeit ist daher ein erstrebenswertes Ziel für Alleinerziehende.

Ab dem 3. Lebensjahr des Kindes wieder Vollzeit arbeiten

Der Gesetzgeber schreibt vor, dass Alleinerziehende grundsätzlich ab dem 3. Lebensjahr des Kindes Vollzeit arbeiten müssen. Ist keine Betreuungsmöglichkeit weit und breit in Sicht, dürfen Sie auch nach dem 3. Geburtstag Ihres Kindes zu Hause bleiben ohne Ihre Unterhaltsansprüche zu verlieren. Das Kind verliert seine Unterhaltsansprüche gegenüber dem anderen Elternteil sowie nicht, auch wenn Sie arbeiten.

Arbeiten sollten Sie aber, sobald es geht, auch als Alleinerziehender, das steigert nicht nur das Selbstwertgefühl und füllt die Haushaltskasse auch für die Ansprüche Ihres Kindes, es sichert auch die Rentenansprüche für die Zukunft.

Ausbildung beenden und Berufstätigkeit anstreben

Wer noch in der Ausbildung steckt, wenn ein Kind unterwegs ist, sollte, sobald es geht, diese Ausbildung beenden und eine Berufstätigkeit anstreben. Dafür gibt es auch staatliche Fördermöglichkeiten, zum Beispiel ein Familienbafög für alleinerziehende Studentinnen und Studenten oder auch die Förderung einer Ausbildung durch das Jobcenter. Wer sich über die späteren Möglichkeiten bereits während der Schwangerschaft kundig macht, ist hier eindeutig im Vorteil.

Selbsthilfe durch Netzwerke von Alleinerziehenden

Wer als Single, geschiedener oder verwitweter Elternteil seine Kinder alleinerziehend durch die Kindheit bringt, sollte sich gut organisieren. Vollzeit zu arbeiten, erst recht in einem anspruchsvollen Beruf, ist nur mit einem gut funktionierenden Netzwerk aus professioneller Betreuung wie Kindergarten und Kinderhort, Tagesmutter und Babysitter, Freunden und Großeltern möglich.

Immer mehr Alleinerziehende beginnen daher, sich selber zu organisieren und bilden Netzwerke. So unterstützen sich berufstätige alleinerziehende Mütter und Väter durch gegenseitiges Babysitting.

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