Robin Hood, Malcom X oder der heilige St. Martin – die Liste humanistischer Wohltäter und Philantrophen lässt sich mühelos eine ganze Weile lang fortsetzen. Doch besonders, wenn jene beispielhaften Gönner ein Hauch von Abenteuer, Altruismus und Mystik umweht, lassen uns ihre Geschichten nicht los. Denn wir lieben solche Legenden.

Nun sind anonyme Geldspenden durchaus nicht selten. In Braunschweig jedoch treibt ein Unbekannter seit mehreren Monaten das wohl charmanteste und rührendste Unwesen der Stadtgeschichte. Suppenküche und Sternensänger, Stadtbibliothek und Naturkundemuseum, Kirchengemeinden und Kindertagesstätten – diese und andere soziokulturelle Institutionen durften sich in den letzten Monaten über anonyme Geldspenden in enormer Höhe freuen.

Die erste Spende war im November 2011 öffentlich geworden. Nach einem Zeitungsbericht über die traumatischen Folgen eines Handtaschenraubs hatte ein anonymer Wohltäter der Opferhilfe 10.000 Euro zukommen lassen. Zum Weihnachtsfest erlebte die Stadt Braunschweig dann eine ganz besondere Überraschung: In einem mit 50.000 Euro gefüllten Umschlag unterbreitete ein Unbekannter der Stadtverwaltung weiterhin Vorschläge, welchen Institutionen der stattliche Betrag zugute kommen solle. Anfang Februar folgte eine Spende in Höhe von 10.000 Euro an die Familie eines behinderten Jungen. Kurze Zeit später machte der evangelische Pfarrer Hans-Jürgen Kopkow eine kuriose Entdeckung: Versteckt zwischen den Gesangsbüchern hatte ein Unbekannter der Gemeinde einen Umschlag mit weiteren 10.000 Euro hinterlassen.

Bislang gibt es keinerlei Hinweis über die Herkunft der großzügigen Spenden. Möglicherweise haben sich bereits mehrere anonyme Spender dem geheimen Wohltäter angeschlossen. So bleibt zu hoffen, dass der Robin Hood von Braunschweig noch weitere beherzte Nachahmer finden möge – ein herzerwärmendes Beispiel ist er in jedem Fall.

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