Parkbank Zeitung
Auf der Parkbank Zeitung lesen
Auf der Parkbank Zeitung lesen
Die Zeitung gehört für viele Menschen auch im digitalen Zeitalter zur wichtigen Informationsquelle. Besonderen Wert legen die meisten Zeitungsleser auf die regionalen Informationen.
Zeitungsleser lieben das raschelnde Papier der Zeitung. Während für Internetjunkies das unhandliche Zeitungsformat als Abschreckung dient, lieben es Zeitungsfetischisten die Papierwut zu beherrschen. Doch Zeitungsleser ist nicht gleich Zeitungsleser. Es gibt erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Lesetypen, die es wert sind näher betrachtet zu werden.
Der Frühstückstischleser ist für die Allgemeinheit eher harmlos, da er den Terror nur in den eigenen vier Wänden verbreitet. Ist der Frühstückstisch-Leser ein Einzelgänger, kann man ihn sogar als friedlebend bezeichnen. Leider neigen gerade Ehemänner und Familienväter dazu, sich zum Frühstückstisch-Leser zu entwickeln, um den morgendlichen Querelen der Kinder oder dem unsinnigen Gerede der Ehefrau zu entgehen. Frühstückstischzeitungs-Leser gelten als sehr unkommunikativ während der Nahrungsaufnahme. Sie grummeln, wenn Sie angesprochen werden und weigern sich hartnäckig sich an jeglicher Kommunikation zu beteiligen.
Sollten Sie mit einem Frühstücks-Zeitungsleser zusammenleben, empfiehlt es sich die morgendliche Stille am Frühstückstisch, die allein durch das Rascheln der Zeitung unterbrochen wird, nicht zu stören. Nachdem der Frühstückstisch-Leser seine Zeitung-Session beendet hat, ist er meist für den Rest des Tages ansprechbar.
Der Bahn-Leser ist begeisterter Anhänger der öffentlichen Verkehrsmittel und lässt sich auch durch zahlreiche Verspätungen nicht zum Autofahrer umerziehen. Der Bahn-Leser liest seine Zeitung wochentags grundsätzlich während der Fahrt zur Arbeit, um bereits mit den neuesten Informationen im Büro zu erscheinen. Die kennzeichnenden Eigenschaften, die jeden Bahn-Leser auszeichnen sind:
Hat der Bahn-Leser seinen Sitzplatz unter Einsatz seiner Ellenbogen und des gefürchteten bösen Blicks erreicht, stellt er seinen Rucksack entweder auf seinen Nachbarsitz oder unmittelbar vor die Füße seines Sitznachbars. Danach faltet er auch sofort seine Zeitung auseinander.
Zeitungsleser gehören in der Bahn zu den gefürchtetsten Sitznachbarn, da sie imperialistische Ziele verfolgen. Für das Zeitung lesen benötigt der Usurpator Platz und schreckt daher auch nicht davor zurück, seinen Nachbarn mit ausgestrecktem Ellenbogen anzugreifen und ihn mit der ausgebreiteten Zeitung zu bedrohen. Nicht selten enden die Gebietsansprüche in nachbarschaftlichen Rangeleien. Sollten Sie morgens Ihre Ruhe lieben, gehen Sie den Zeitungslesern lieber aus dem Weg und begnügen Sie sich zur Not mit einem ungefährlichen Stehplatz.
Vermeintlich harmlos wird der Klo-Leser eingeschätzt. Er liest seine Zeitung in aller Stille auf dem stillen Örtchen. Der Belästigungsgrad seiner Zeitungs-Sitzung tendiert in den meisten Fällen gegen Null. Die Ruhe und Abgeschiedenheit verleitet den Klo-Leser jedoch dazu seine Sitzungen erheblich in die Länge zu ziehen. Bei Mitbewohnern und Familienangehörigen ist der Klo-Leser daher dennoch gefürchtet, weil er das Bad mitunter stundenlang blockiert und die Bedürfnisse anderer sträflich in den Schatten stellt.